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940929 | Rollfeldmarkierung © Johannes Groht


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Rollfeldmarkierung
© Johannes Groht


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© Johannes Groht


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© Johannes Groht
Photographer Johannes Groht travelled half-way around the globe to see the Easter Island. Not to photograph the Moai, the well-known stone giants, but to take pictures of random tarmac-spillage on the edge of the island's only runway. Surely an unusual approach to the cultural landscape of Rapa Nui, but easy to comprehend and fascinating to look at!
Wolfgang Schindler


FESTLAND – Kosmografien von der Osterinsel

Die Landebahn von Hanga Roa ist die größte asphaltierte Fläche auf der Osterinsel. Sie wurde 1967 von den USA für eventuelle Notlandungen von Raumfähren gebaut und wird seitdem auch für die zivile Luftfahrt genutzt. Angeflogen werden die Flughäfen von Santiago de Chile und Tahiti, 3 700 und 4 000 km entfernt. So verbindet die Landebahn die »einsamste Insel der Welt« verkehrstechnisch mit den anderen Inseln der Südsee, mit dem nächsten Kontinent Südamerika und mit dem Weltall.

Auch am Rand der Piste berühren sich die Welten. Die moderne Welt der Piloten und Astronauten trifft auf die versunkene Welt des »Vogelmanns« – des Schamanen der prähistorischen Kultur der Osterinsel. Die weltumspannende, physische Fliegerei begegnet einer alten, ortsgebundenen Spiritualität mit ihren geistigen, außerkörperlichen Reisen.

Die Grenzen sind fließend. Bei Ausbesserungsarbeiten kommt es zu Ungenauigkeiten, Bitumen läuft auf dem abschüssigen Gelände über die weißen Begrenzungsstreifen und darüber hinaus. So entstehen vielfältige Überlagerungen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit, Absicht und Zufall, Schwarz und Weiß verbinden. Die Beschaffenheit des Geländes, der Wind, die Temperatur und die Bewegungsimpulse der Arbeiter fließen in die Struktur der entstehenden Muster mit ein.

Meine Vorstellungen von der Osterinsel und Neugier auf die Entstehungsprozesse von Natur und Kultur bestimmen die Ausschnitte, die ich als Fotograf wähle. Ich spiele mit Bildern aus der Geschichte, mit Rauchfahnen erloschener Vulkane, längst verklungenen Festen, mit der Gischt der unermüdlich gegen die Schlacke brandenden See und dem überwältigenden Sternenhimmel der pazifischen Nacht. So verbindet sich der Geist des Ortes mit dem des Fotografen zu Kosmografien, die neue Dimensionen einer vermeintlich »totfotografierten« Landschaft erschließen.

Der stete Wandel von Natur und Kultur, von Werden und Vergehen, von alten und neuen Ritualen formt die flüchtige Vision von einem magischen, geistigen Festland.


Die gesamte Serie ist als Katalog erschienen.

Diese Bilder können Sie kaufen, als hochwertige Papierabzüge oder hinter Plexiglas kaschiert. Preise auf
Anfrage.

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